Individuell - stimulierend - lebensbejahend

Mit einer mobilen Kindercocktailbar bringt der „Fruchtalarm“ zuverlässig und langfristig Begeisterung und Freude in den Alltag von jungen an Krebs erkrankten Patientinnen und Patienten. Einmal in der Woche heißt es auf vielen Kinderonkologien in Deutschland: „F-r-u-c-h-t-a-l-a-r-m“.

Gemeinsam mit dem „Fruchtalarm“-Team mixen an Krebs erkrankte Kinder und Jugendliche fruchtige (und natürlich alkoholfreie) Cocktails an der mobilen, farbenfrohen Bar. Mit verschiedenen Säften und Nektaren, einer Auswahl an Sirupsorten und Eiswürfeln werden bunte und geschmacksintensive Fruchtcocktails kreiert.
Die jungen Patientinnen und Patienten können selbst entscheiden und ihren Cocktail eigenständig mixen oder auch mixen lassen. Die Kinder und Jugendlichen werden auf diese Art aktiv und es entsteht ein wichtiges soziales Miteinander.
So beschert das fachlich geschulte „Fruchtalarm“-Team den jungen Patientinnen und Patienten einen fröhlichen, anregenden und fruchtigen Nachmittag.


Und es steckt noch mehr dahinter!
Es geht primär um den Spaß an der Sache, jedoch mit einem sehr wertvollen Hintergrund. Durch die chemotherapeutische Behandlung verändert sich im Laufe der Therapie immer wieder der Geschmacks und Geruchssinn der jungen Patientinnen und Patienten. Die so wichtige Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme ist dadurch erschwert, oft lehnen die Kinder diese auch vollständig ab. Das einstige Lieblingsessen schmeckt von einem auf den anderen Tag nicht mehr und die gerade bestellte Pizza ist bei der Lieferung auch schon wieder aus dem Rennen. Essen und Trinken wird zur leidigen Pflicht.
Die Fruchtcocktails stimulieren alle Sinne, besonders aber die Geschmacks- und Geruchsnerven. Und ganz nach dem momentanen Geschmack, kann die Motivation zum Trinken gesteigert werden. Die regelmäßigen wöchentlichen Besuche des „Fruchtalarm“-Teams auf den onkologischen Stationen bieten den Kindern und Jugendlichen daher eine willkommene Gelegenheit, ihren durch Strahlen- und Chemotherapie bestimmten Klinikalltag, ein Stück abwechslungsreicher und selbstbestimmter zu gestalten.

Die Entstehung
Das Projekt „Fruchtalarm" entstand aus der persönlichen Betroffenheit einer Bielefelder Familie, die ihren achtjährigen Sohn durch eine Krebserkrankung verlor. Besonders ein-schneidend war hierbei die Erfahrung auf der onkologischen Station des Bielefelder Kinderkrankenhauses.
„Fruchtalarm ist für alle Kinder, die sich durch die Therapien und gegen diese schreckliche Krankheit kämpfen!“, so der Projektinitiator Marcel Lossie.
Die schwer erkrankten Kinder, viele von ihnen mit minimalen Heilungschancen, und der häufig eintönige und stark isolierte Alltag über Monate und manchmal auch Jahre, lag der Idee zu Grunde, das Projekt „Fruchtalarm“ für alle an Krebs erkrankten Kinder entstehen lassen.

Schenken Sie krebskranken Kindern Mut, Hoffnung und Freude!

Die Motivation

Ein Krankenhausaufenthalt ist für jeden Menschen ein Einschnitt in den normalen Alltag. Kinder und Jugendliche, die an Krebs erkrankt sind, sind hier besonders betroffen. Ihre Therapien erstrecken sich über Wochen, Monate und zum Teil über Jahre. Dadurch sind sie oft sehr isoliert, dürfen nicht in den Kindergarten, in die Schule, nicht zu Freunden, ins Kino oder zu anderen Aktivitäten. Während die Kinder die Behandlung ihrer Krebserkrankung passiv über sich ergehen lassen müssen - regelmäßige Untersuchungen, Operationen, Chemo- und Strahlentherapien und auch die Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen, Entzündung der Schleimhäute und andere Dinge - dürfen sie, wenn „Fruchtalarm“ ist, eigenständig entscheiden. Sie dürfen selbst „Chef und Bestimmer“ sein und sich ihren Cocktail selbst zusammenstellen.

Das Ziel
Die freudigen Reaktionen der Kinder und ihr Wunsch und die Hoffnung, „Fruchtalarm" immer wieder erleben zu können, haben zu der Motivation geführt, das Projekt „Fruchtalarm" auf alle Kliniken für pädiatrische Hämatologie und Onkologie auszuweiten. Einen Nachmittag in der Woche den Kindern mit einer Überraschung eine Freude machen, um zumindest für ein paar Stunden den bedrückenden Alltag vergessen zu lassen, das war und ist das Ziel des Projektes.

Das Team
Das Projekt „Fruchtalarm“ wird durch die Mitarbeiterinnen des Projektbüros mit dem Hauptsitz in Bielefeld gesteuert. Sie sind hauptberuflich für die überregionale Koordination und Umsetzung der einzelnen Projektstandorte verantwortlich und gestalten alle konzeptionellen und strukturellen Inhalte. Zu dem Aufgabengebiet gehören der Aus- und Aufbau der Projektstandorte, sowie die Koordination der einzelnen Standorte mit dem Ziel einer langfristigen und nachhaltigen Umsetzung.


Das „Fruchtie-Team“
Um einen regelmäßigen und verbindlichen Einsatz in den Kliniken und für die Patienten gewährleisten zu können, wird für jeden Projektstandort ein sechs- bis achtköpfiges Team, bestehend aus ehrenamtlichen Mitarbeitern zusammengestellt, die jeweils zu zweit die wöchentliche Projektumsetzung nachmittags für drei Stunden im Krankenhaus gestalten. Alle über 120 so genannte „Fruchties“ müssen regelmäßig über die Richtlinien und Vorgehensweisen hinsichtlich der hygienischen, medizinischen, sowie fachlichen Standards informiert werden und an Schulungen im Projekt teilnehmen.

Die von Laer Stiftung
Damit das Projekt „Fruchtalarm“ nachhaltig und rechtlich auch einwandfrei umgesetzt werden kann, wurde es im Jahr 2012 vom Initiator an die von Laer Stiftung übergeben, einem Träger der Kinder- und Jugendhilfe in Bielefeld. Die von Laer Stiftung wurde 1900 als gemeinnützige Trägerin in Bielefeld aufgebaut und geht auf das Vermächtnis von Friedrich Wilhelm von Laer zurück.